
Schwachhauen Magazin
HABITAT
Café & Studio – ein Ort zum Ankommen
Text: Andreas Schack
Fotos: Tasha Milkova
An der Schwachhauser Heerstraße haben drei Gründer ein Konzept geschaffen, das Bewegung, Begegnung und Genuss miteinander verbindet.
Wer das HABITAT betritt, merkt schnell: Hier geht es um mehr als Kaffee und Pilates. Zwischen frisch gebackenem Sauerteigbrot, Specialty Coffee, kreativen Matcha-Kreationen und einem kleinen Bewegungsstudio ist ein Ort entstanden, der dazu einlädt, für einen Moment dem Alltag zu entkommen.
Hinter dem HABITAT stehen drei Menschen mit unterschiedlichen beruflichen Werdegängen. Lisa Haar, Luisa Rudolph und Mirko Mischkowski haben ihre Erfahrungen aus Gastronomie, Küche und Immobilienwirtschaft in einem gemeinsamen Projekt zusammengeführt. Am 24. Februar 2026 eröffnete das HABITAT erstmals seine Türen für Gäste.
Bis das Konzept Realität wurde, verging fast ein Jahr. Die ehemalige Gewerbefläche musste umfangreich umgebaut werden. Dass dort heute das HABITAT zu finden ist, liegt auch am Vermieter. „Er wollte hier nicht den x-ten Kiosk haben“, erinnert sich Mirko.
Dabei war das HABITAT nie als klassisches Café oder reines Sportstudio gedacht. Schon der Name verrät den Anspruch. „Habitat bedeutet Lebensraum. Genau das soll dieser Ort sein“, erklärt Lisa: „Ein Platz, an dem man sich gerne aufhält. Nicht nur für einen schnellen Kaffee, sondern auch, um kurz durchzuatmen, Menschen zu treffen oder etwas für sich selbst zu tun.“
Viele Gäste kennen Lisa und Mirko bereits aus dem Petit Café oder dem SPOT Café. Auch Luisa war dort bereits Teil des Teams. Entsprechend häufig begegnen dem Team heute vertraute Gesichter. Gleichzeitig kommen immer wieder neue Menschen hinzu – zum Frühstück, auf einen Kaffee oder für einen Kurs im Studio.
Wir haben mit den drei Gründern über ihren Weg, die Entstehung des HABITAT, die Idee hinter dem Konzept und die ersten Monate nach der Eröffnung gesprochen.

Stellt euch doch einmal kurz vor – wer seid ihr und worum kümmert ihr euch im HABITAT?
Lisa (32): Ich bin hier die Geschäftsführerin und kümmere mich im Grunde um alles, was gerade anfällt. Wir teilen uns die Aufgaben und unterstützen uns gegenseitig.
Luisa (27): Ich bin hauptsächlich in der Küche zu Hause. Backen und Kochen – das ist meins.
Mirko (40): Ich bin Gesellschafter des HABITAT und unterstütze überall dort, wo Hilfe gebraucht wird. Ich bringe den kaufmännischen Blick mit, bin aber genauso im Service oder in der Küche aktiv.
Wie habt ihr euch gefunden?
Lisa: Mirko und ich sind seit sieben Jahren ein Paar. Luisa haben wir über das SPOT Café kennengelernt. Den entscheidenden Impuls gab es dann tatsächlich bei einem gemeinsamen Saunabesuch von Luisa und mir. Da entstand die Idee, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.
Was habt ihr vor dem HABITAT gemacht – und was davon lebt heute weiter?
Lisa: Ich bin gelernte Veranstaltungskauffrau. Nach verschiedenen Stationen in der Veranstaltungsbranche habe ich das SPOT Café mitgegründet. Events, Atmosphäre und Gastgeberin zu sein liegen mir sehr am Herzen.
Luisa: Ich habe Jura studiert und backe leidenschaftlich seit meiner Kindheit. Heute kann ich diese Leidenschaft in unsere Angebote einbringen.
Mirko: Ich bin seit 20 Jahren in der Immobilienbranche tätig. Mein kaufmännischer Hintergrund hilft beim Aufbau und bei der Organisation. Mit Gastronomie hatte ich früher vor allem auf der anderen Seite des Tresens zu tun. Durch Lisa bin ich nach und nach ins Café-Business hineingerutscht.
Was macht das HABITAT aus – für jemanden, der noch nie hier war?
Mirko: Vorne haben wir das Café mit frischen Produkten und einer Karte, die wir stetig weiterentwickeln – auch auf Anregung unserer Gäste. Hinten ein kleines Studio mit fünf Reformern und Matten für bis zu zehn Personen. Bei uns ist es persönlicher und die Trainerinnen nehmen sich Zeit.
Reformer Pilates ist gerade überall. Was ist euer Ansatz?
Lisa: Reformer ist ein Schwerpunkt, aber bei weitem nicht alles. Wir bieten Yoga an, Soundbäder finden statt, Kakaozeremonien sind geplant und auch weitere Formate sind in Vorbereitung. Uns geht es um einen ganzheitlichen Ansatz und nicht um einen einzelnen Trend.
An wen richtet sich das Studioangebot?
Mirko: Absolut an alle. Wir haben Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene. Die Zielgruppe ist deutlich breiter, als man vielleicht denkt. Wir überlegen sogar, spezielle Männerkurse anzubieten.
Lisa: Gleichzeitig merken wir, dass auch Gruppenformate immer stärker nachgefragt werden. Ob Junggesellinnenabschiede, Geburtstage oder andere Anlässe – viele verbinden einen Kurs im Studio inzwischen mit einem gemeinsamen Frühstück oder Kaffee danach. Diese Kombination macht das HABITAT besonders.
Gab es seit der Eröffnung eine Begegnung, die euch besonders berührt hat?
Lisa: Es sind meistens die kleinen, wiederkehrenden Momente. Wenn Menschen ihren Tag mit uns teilen oder erzählen, dass sie neu in Bremen sind und sich hier schon ein bisschen zuhause fühlen.
Mirko: Wir sind hier genauso, wie wir privat auch sind. Vielleicht entstehen deshalb so viele persönliche Begegnungen.
Was wünscht ihr euch, dass Menschen mitnehmen, wenn sie das HABITAT verlassen?
Lisa: Ruhe. Gelassenheit. Neue Energie.
Mirko: Wenn jemand nach einem Kurs oder einem Besuch entspannter hinausgeht, als er hereingekommen ist, dann haben wir erreicht, was wir wollten.


Was bedeutet das HABITAT für euch persönlich?
Lisa: Es ist unser Lebensinhalt. Wir lieben das hier.
Mirko: Man muss für so etwas brennen. Natürlich müssen wir wirtschaftlich denken, aber wir möchten vor allem einen Ort schaffen, an dem sich Menschen wohlfühlen.
Worauf dürfen sich die Gäste in den kommenden Monaten freuen?
Lisa: Nach unserer kurzen Sommerpause im August wollen wir mit Yoga-Events weitermachen. Auch spezielle Drink-Abende sind geplant und die Anfragen für Geburtstage und Junggesellinnenabschiede nehmen zu.
Für Lisa, Luisa und Mirko ist das HABITAT längst mehr als ein Arbeitsplatz. Es ist ein Herzensprojekt, in das sie täglich viel Zeit, Energie und Leidenschaft investieren. „Qualität geht für uns vor Wachstum“, sagt Mirko abschließend. Ein weiteres Café steht deshalb derzeit nicht auf der Wunschliste. Stattdessen möchten die drei das weiterentwickeln, was ihnen wichtig ist: einen Ort zu schaffen, an dem Menschen für einen Moment durchatmen, zur Ruhe kommen und sich willkommen fühlen.
Instagram: @hihabitat



