
SCHWACHHAUSEN Magazin
ATRIO
Wo Architektur auf Atmosphäre trifft
Text: Doreen von Oesen
Fotos: Atrio, Vera Döpcke
Mit ATRIO ist in Schwachhausen ein Ort entstanden, der weit mehr ist als ein Store: ein stilvoller Raum für Design, Interior und besondere Fundstücke – und zugleich ein Studio für individuelle Raumplanung. Hinter dem Konzept steht Lars Tyca. Gemeinsam mit seiner Frau Joana und seiner Mutter Beate Tyca führt er ATRIO als Familienunternehmen. Ob private Wohnräume, Ferienwohnungen oder Bürokonzepte – ATRIO versteht sich als Partner vom ersten Gespräch bis zur finalen Umsetzung. Der Store ist dabei Inspirationsquelle und Begegnungsort zugleich: Hier entstehen Gespräche, Ideen und Konzepte, die weit über das Sortiment hinausgehen. Nach einem Soft Opening Ende November eröffnete ATRIO Anfang Dezember offiziell und hat sich seitdem als neue Adresse für Interior und Raumplanung in Schwachhausen etabliert.
Im Interview spricht Lars über seine Vision, Innenarchitektur zugänglicher zu machen, über den Anspruch, Räume ganzheitlich zu denken – und darüber, was es bedeutet, als Familie gemeinsam Verantwortung zu tragen.
Lars, stell dich gerne einmal kurz vor.
Ich bin 31 Jahre alt, in Bremen geboren und habe Architektur studiert. In den vergangenen Jahren habe ich unterschiedliche Bereiche durchlaufen – von der Ausführungsplanung über Bauleitung bis hin zur Projektentwicklung. In den letzten dreieinhalb Jahren verlagerte sich mein Schwerpunkt zunehmend auf die Innenarchitektur – ein Bereich, der mich schon im Studium besonders fasziniert hat. Privat habe ich zwei Kinder und wohne mit meiner Familie in Schwachhausen.
Was ist ATRIO in einem Satz?
ATRIO ist ein Wohlfühlort, der zeigt, wie bedeutsam ein Raum sein kann.
Mit welchem Gedanken bist du an ATRIO herangegangen?
Die ursprüngliche Idee war, die Hürde zwischen Kunde und Innenarchitektur ein Stück weit zu schließen. Häufig ist es so, dass der Kontakt mit einem Architekten oder Innenarchitekten sehr formell, sehr technisch und sehr kühl wirkt. Bei uns geht es darum, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, persönlich zu verstehen, was ihr Anliegen ist und sie vom ersten Gedanken bis zur finalen Umsetzung zu begleiten.
Was bedeutet Raum für dich persönlich?
Für mich ist der Raum das Herzstück eines Gebäudes. Was bringt die schönste Gebäudehülle, wenn man den Innenraum betritt und diese Qualität nicht wiederfindet? Gebäude werden für Menschen gebaut – und Menschen erleben Architektur von innen. Deshalb denke ich Architektur immer ganzheitlich, vom Raum aus.
Wie würdest du den Stil und die Atmosphäre im Store beschreiben?
Sehr ruhig und klar – aber trotzdem losgelöst und frei. Der Raum ist bewusst reduziert, nicht überladen, sondern durchdacht gestaltet. Ein Ort, an dem man sich wohlfühlen und inspirieren lassen kann. Viele Besucher sagen, es fühle sich hier gar nicht an, als wäre man gerade in Bremen. Das freut uns sehr.
Welche Idee steckt hinter dem Namen ATRIO?
Der Name ist vom Wort Atrium abgeleitet. Wir haben uns lange überlegt, wie wir den Store nennen, sind dann aber relativ schnell auf ATRIO gekommen. Für mich gibt es da auch eine persönliche Verknüpfung: In meinem Architekturstudium habe ich meine Abschlussarbeit über das Atrium geschrieben. Deshalb war es für uns eine schöne Geschichte, diesen Bezug wieder aufzugreifen.


Warum habt ihr euch für Schwachhausen entschieden?
Wir wohnen selbst in Schwachhausen und haben hier vor ein paar Jahren ein Haus gekauft. Unsere Kinder gehen hier zur Kita, wir sind im Stadtteil verwurzelt – da war für uns klar: Wenn wir diesen Schritt gehen, dann auch hier.
Das Publikum hier im Stadtteil passt sehr gut zu unserem Konzept. Wir haben sogar proaktiv nach einer geeigneten Fläche gesucht. Dass der Laden nicht direkt an der Hauptstraße liegt, sondern etwas zurückversetzt ist, fanden wir sehr passend – es wirkt dadurch ruhiger und entspricht genau dem, was wir hier schaffen wollten.
ATRIO ist ein Familienunternehmen. Wie kam es dazu?
Das hat sich tatsächlich so entwickelt. Meine Mutter war viele Jahre im Modebereich tätig, hatte aber schon immer eine große Leidenschaft für Architektur und Interior – das hat mich sicher auch geprägt. Meine Frau kommt aus der Immobilienbranche und war durch unsere Kinder zunächst stärker zu Hause eingebunden. Als sich diese Fläche hier ergeben hat, war für uns der richtige Moment gekommen, den Schritt gemeinsam zu gehen. Es hat sich einfach stimmig angefühlt, ATRIO als Familie aufzubauen.
Wie sind eure Rollen im Unternehmen verteilt?
Die Rollen sind klar verteilt. Meine Frau und meine Mutter bespielen den Laden und wechseln sich zu den Öffnungszeiten ab – da gibt es feste Pläne. Meine Mutter bringt viel Erfahrung aus dem Einzelhandel mit, vor allem im Bereich Kundenbindung und Verkauf. Meine Frau hat einen starken Marketing-Background und kümmert sich um Einkauf und Zahlen. Mein Schwerpunkt liegt in der Beratung, Planung und Umsetzung. Oft entstehen hier im Laden erste Gespräche, aus denen sich konkrete Termine entwickeln – entweder hier im Store oder direkt vor Ort beim Kunden. So greifen Laden und Projektgeschäft ineinander.
Was macht euch als Team stark?
Ich denke oft visionär und relativ weit nach vorne. Meine Frau und meine Mutter bringen viel Klarheit und Struktur in die Umsetzung. Sie sorgen dafür, dass die Basis steht und dass wir Schritt für Schritt vorgehen. Das ist ein gutes Zusammenspiel: Während ich versuche, die Marke weiterzuentwickeln und nach vorne zu denken, wird hier sehr strukturiert gearbeitet. Ich glaube, genau dieses Zusammenspiel macht uns als Team stark.
Wie gestaltet sich der Beratungsprozess bei euch?
Uns ist wichtig, vom ersten Gespräch bis zur finalen Umsetzung als Partner mit dabei zu sein. Es soll nicht so sein, dass wir nur ein schönes Konzept entwickeln und dann sagen: „Jetzt bitte loslaufen.“ Wir möchten den Kunden an die Hand nehmen und ihn durch den gesamten Prozess begleiten.
Welche Werte prägen eure Arbeit?
Nahbarkeit ist uns sehr wichtig. Man soll hier keine Hürde spüren, sondern einfach hereinkommen können – egal, ob es um ein großes Projekt geht oder nur um eine kleine Idee für zu Hause. Wir möchten eine Anlaufstelle sein, unabhängig vom Umfang.
Wir hatten zum Beispiel eine junge Kundin, die ihre erste Wohnung bezieht und offen gesagt hat, dass ihr Budget begrenzt ist. Trotzdem haben wir uns Zeit genommen und gemeinsam Ideen entwickelt, die sie selbst umsetzen kann. Genau das ist uns wichtig.

Was macht ATRIO anders als klassische Einrichtungsläden oder Concept Stores?
Wir sind nicht an bestimmte Hersteller gebunden. Die Produkte hier im Laden sind eine Auswahl, hinter der wir stehen. In der Planung sind wir aber losgelöst und können individuell auf den Kunden eingehen. Es geht uns nicht darum, primär ein Möbelstück zu verkaufen, sondern den Anspruch des Kunden bestmöglich umzusetzen – vom ersten Gespräch bis zur finalen Umsetzung.
Was bedeutet für dich „kuratiert“?
Kuratiert heißt für mich, eine bewusste Auswahl an Produkten zu treffen und unserem Stil treu zu bleiben. Wir springen nicht auf jeden Hype auf und schauen auch nicht ausschließlich darauf, was sich am besten verkaufen lässt. Uns ist wichtig, dass die Dinge zeitlos sind, zu uns passen und in sich stimmig wirken.
Nach welchen Kriterien wählt ihr Produkte und Marken aus?
Preis-Leistung spielt für uns eine wichtige Rolle. Wir wollen hier nicht nur High-End-Produkte zeigen, sondern auch eine gewisse Nahbarkeit schaffen. Uns interessiert, wo und wie etwas gefertigt wird und wie die Qualität ist. Viele unserer Hersteller kommen aus dem europäischen Markt, und auch das Thema Nachhaltigkeit spielt eine Rolle – etwa der Blick auf Produktionswege und Materialien. Am Ende muss ein Produkt aber vor allem zu unserem Stil passen und zeitlos sein.
Was war euer schönster Moment seit der Eröffnung?
Das direkte Feedback der Menschen. Wenn Kunden sagen, dass sie sich hier sofort wohlfühlen oder extra wiederkommen, um einfach kurz vorbeizuschauen – das bedeutet uns viel.
Was wünschst du dir für die Zukunft von ATRIO?
Ich wünsche mir, dass wir eine feste Anlaufstelle werden, wenn es um Raumplanung und Innenarchitektur geht – hier in Bremen und perspektivisch auch darüber hinaus. Wir möchten uns weiterentwickeln, weiterwachsen und Projekte umsetzen, aber Schritt für Schritt. Wichtig ist mir, dass wir als Planungsbüro mit Store wahrgenommen werden – und dass wir vom ersten Gespräch bis zur finalen Umsetzung als Partner mit dabei sind.
Was möchtest du Menschen in Schwachhausen mitgeben, die ATRIO noch nicht kennen?
Die Tür steht offen. Man kann einfach vorbeikommen, sich inspirieren lassen oder ins Gespräch kommen – ganz ohne Verpflichtung.
www.atriohouse.de



